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Chemikalien im Wasser

Chemikalien im Wasser machen Männer unfruchtbar - Schlechtere Spermaqualität durch giftige Rückstände

Pestizide, Antibabypille & Co gefährden das Sperma
 
Berlin/Linz (pte/19.01.2009/13:59) - Chemikalien im Trinkwasser könnten die Fortpflanzungsfähigkeit von Männern gefährden. Das besagt eine britische Studie, die drei Jahre lang das Wasser aus 30 Flüssen Englands unter die Lupe nahm. Die Biologen fanden einen Mix chemischer Substanzen, die über den Wasserkreislauf in den Körper gelangen, beim Mann das Hormon Testosteron blockieren und damit seine Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Frühere Erhebungen hatten bereits die ansteigende Dosis des Frauenhormons Östrogen im Wasser als Ursache für die Verweiblichung männlicher Fische identifiziert. Studienleiterin Susan Jobling von der Brunel University
http://www.brunel.ac.uk betont, dass chemische Ursachen für Hormonschäden bei Tier und Mensch komplexer seien als angenommen. "Dieselbe Kombination der die Fische schädigenden Chemikalien ruft beim Menschen wahrscheinlich dieselben Effekte hervor", so die Biologin. Was genau zur dieser Verschmutzung führt, wird derzeit erforscht.
 
"Die Spermienzahl hat in den meisten Ländern Europas in den letzten Jahrzehnten abgenommen", sagt Marike Kolossa-Gehring, die Leiterin der Abteilung Toxikologie am deutschen Umweltbundesamt http://www.umweltbundesamt.de, im pressetext-Interview. Pflanzenschutzmittel, Biozide und weitere bereits seit längerem verbotene Stoffe seien dafür hauptverantwortlich. Belastend wirke sich auch der Wirkstoff der Antibabypille aus, der von den Kläranlagen nur teilweise aus dem Wasser gefiltert werden kann. "Er stört die Eiablage bei Fischen und bei anderen Organismen der Natur", so Kolossa-Gehring. Die Fruchtbarkeit von Männern werde jedoch nicht vorrangig über das Trinkwasser beeinträchtigt. „Die Chemikalien werden auch über Lebensmittel, Atemluft und Haut aufgenommen, zudem beeinträchtigt die Lebensweise die Spermienqualität."
 
Im Gegensatz zu Großbritannien werde in Deutschland das Trinkwasser nicht vorrangig aus den höher belasteten Oberflächengewässern entnommen, so Hermann Dieter, Trinkwassertoxikologe am Umweltbundesamt, gegenüber pressetext. „Dadurch und aufgrund einer umfangreichen Klärtechnik sind die für die Fruchtbarkeit schädlichen Chemikalien im Trinkwasser nur im Mikrogramm-Bereich anzutreffen.“ Verschiedene Aufbereitungsprozesse reduzieren laut Dieter auch den Östrogen-Gehalt im Trinkwasser derart, dass ein Mann mehr Östrogen im eigenen Körper produziere als er durch das Trinken aufnehmen würde. „Zudem wird das Trinkwasser regelmäßig kontrolliert, wie auch bei der Förderung von Mineralwasser im Voraus ausgeschlossen werden muss, dass es Androgene enthält“, so der Trinkwasser-Spezialist.
 
"Männliche Unfruchtbarkeit durch Chemikalien ist in der westlichen Welt ein sehr aktuelles Thema", betont auch der Linzer Männerarzt Georg Pfau http://www.maennerarzt-linz.at im pressetext-Interview. Die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide würden durch die Umwandlung zu giftigen Xenoöstrogene besonders den männlichen Hormonhaushalt beeinflussen. Möglichkeiten, diesen Substanzen in der Nahrung zu entkommen, gebe es wenige. Hingegen empfiehlt Pfau Männern einen bewussten Lebensstil zur Steigerung ihrer Fruchtbarkeit. "Bewegungsmangel und Übergewicht erhöhen den Östrogenspiegel, weshalb Sport und ausgewogene Ernährung zu empfehlen sind, wie auch der Verzicht auf Suchtgifte. Denn ein großer Anteil der Fruchtbarkeitsstörungen ist auch auf Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum zurückzuführen", so der Androloge abschließend. Quelle: Pressetext
 
 
   
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